Das Schulsystem in Benin

Das Schulsystem Benins ist an Frankreich angelehnt. Der Kindergarten ist nicht verpflichtend und dauert zwei Jahre. Darauf folgt die Grundschule, die sechs Jahre dauert. Nach der Grundschule kommt eine Oberschule namens Collège, ein vier-klassiger Schultyp im Sekundarbereich mit der Mittleren Reife als Abschluss. Nach dem Collège haben die Schüler die Wahl, entweder aufs dreijährige Gymnasium (Sekundarstufe II) zu gehen oder auf eine Berufsschule für eine Berufsausbildung ihrer Wahl zu gehen, deren Dauer je nach der Berufsausbildung unterschiedlich ist. Am Ende des Gymnasiums machen die Schüler das Abitur und können damit an die Universität gehen. Die allgemeine Schulpflicht bezieht sich auf sechs Jahre Grundschule. Die Schulgebühr für Grundschule ist mittlerweile abgeschafft.

In der Grundschule kommt im Durchschnitt ein Lehrer auf 45 SchülerInnen. Dies alles führt zu einer hohen Abbrecherquote und das schon in der Grundschule! Erfreulich ist, dass die Zahl seit 2010 wohl rückläufig ist. Berücksichtigt man jedoch alle Grundschüler, also auch die älteren, so liegt die Abbrecherquote bei über 40% (2014, Worldbank). Da verwundert es nicht, dass nur etwa die Hälfte der 12-13jährigen den Eintritt in die weiterführende Schule (Collège) schaffen (Stand: 2015, Worldbank). 

Einen guten Überblick bezüglich der Schulabbrecherquoten gibt die nachfolgende Abbildung:

Trotz hoher Einschulungsquote können nach wie vor nur 52% aller jungen Leute zwischen 15-24 Jahren ausreichend lesen und schreiben. Bei einer Abbrecherquote von bereits 44 % in der Grundschule verwundert das nicht.

Es gibt zwar viele Berufsschulen, aber nur die Kinder aus wohlhabenden Familien haben Zugang.  Auch hier lässt die Qualität der Ausbildung, oft zu wünschen übrig, was die Wettbewerbsfähigkeit der Auszubildenden später auf dem lokalen Arbeitsmarkt in Frage stellt. Obwohl einheimische Fachkräfte im Lande sind, werden bessere Fachkräfte aus dem Ausland gerufen.